
Thomas Rentsch
Senior Portfolio Manager High Yield
Die Kreditausfallquoten in High Yield fallen und wird diese Entwicklung vom Markt unterschätzt?
Eine aktuelle Auswertung von Moody’s zeigt: Die Kreditverluste in den Ratingkategorien Ba, B und Caa sind im Zeitverlauf rückläufig. Neben besserer Ratingqualität und geringerer Duration haben vor allem strengere Regulierung, höhere Transparenz, aktive Notenbankinterventionen und effizientere Restrukturierungen das Marktumfeld strukturell verändert.
Was bedeutet das für Investoren und wie robust ist High Yield wirklich?
Kreditausfallquoten in High Yield fallen
Wenn man über die Vorteile von Hochzinsanleihen spricht, hört man Argumente wie den gestiegenen Anteil an BB-Anleihen oder die gefallene Duration.
Die jährliche Auswertung der Ausfallraten von Moody’s enthält jedoch eine weitere interessante Datenreihe, welche im Zeitverlauf sinkende Kreditverluste in den High Yield-Ratingkategorien Ba, B und Caa zeigt und damit ein starkes Argument für die gestiegene Attraktivität dieses Kreditsegments liefert.
Jährliche Kreditausfallquoten nach Rating

Quelle: Moody‘s Annual default study, Februar 2025; Kreditausfallquote ist der jährliche von Investoren zu tragende Verluste als Kombination aus Ausfallrate und Einholungsquote
Verstärkte Regulierung und Transparenz
Mit dem Ausbau der regulatorischen Anforderungen und der verbesserten Transparenz haben sich die Informationsgrundlagen für Investoren und Analysten fundamental verbessert. Durch aufsichtsrechtliche Initiativen wie Basel II/III, strengere Prospektpflichten und regelmäßige Disclosure-Vorgaben sind die Risiken für Emittenten und Gläubiger heute wesentlich besser einschätzbar. Die Ratingagenturen analysieren Bilanzqualität, Cashflow und Managemententscheidungen lückenloser als früher. Dadurch können problematische Emittenten früh identifiziert werden, was zu schnellerem Reagieren der Marktteilnehmer führt.
Einfluss staatlicher und Notenbankinterventionen
Ein zweiter wichtiger Grund ist die aktive Rolle von Regierungen und Zentralbanken im Konjunkturzyklus. Große Rezessionen, wie sie High Yield früher besonders hart getroffen haben, werden heute durch massive Liquiditätsmaßnahmen, Unternehmensprogramme und Anleihenkäufe abgefedert. Zinssenkungen und Stützungsmaßnahmen verhindern, dass es nach Abschwüngen zu flächendeckenden Ausfallwellen kommt. Dies zeigt sich eindrücklich an der Ausfallstatistik rund um die Krisen von 2008 und 2020, wo trotz wirtschaftlicher Erschütterungen die Quoten rasch wieder sanken.
Effizientere Insolvenzverfahren und außergerichtliche Einigungen
Nicht zuletzt haben effizientere Insolvenzverfahren und der häufigere Einsatz von außergerichtlichen Einigungen – wie „Amend & Extend“ oder Distressed Exchanges – dazu beigetragen, dass viele Emittenten finanzielle Krisen bewältigen können, ohne formale Insolvenz anmelden zu müssen. Durch die Möglichkeit, bestehende Schulden zu restrukturieren oder Laufzeiten zu verlängern, gelingt es Unternehmen und Investoren, Verluste zu begrenzen und die Ausfallstatistik nachhaltig zu reduzieren.
Diversifizierung der Finanzierungsquellen
Zusätzlich greifen Unternehmen heute nicht mehr ausschließlich auf Bankkredite oder einzelne Anleihemärkte zurück, sondern kombinieren Bonds, Loans und Private Debt. Diese Diversifizierung verringert die Abhängigkeit von einzelnen Gläubigern und eröffnet alternative Restrukturierungspfade. Das stärkt die Resilienz – insbesondere im High Yield-Segment – und trägt dazu bei, dass Zahlungsschwierigkeiten seltener direkt in Ausfällen resultieren.
Bedeutung für Investoren
Für Investoren ist High Yield heute attraktiver als früher: Bessere Ratings, fallende Ausfallquoten, stärkere Regulierung, mehr Markttransparenz und eine niedrige Duration machen das Segment robuster. Dennoch bleibt aktives Risikomanagement unerlässlich und eine sorgfältige Analyse sowie eine kluge Portfoliokonstruktion sind weiter der Schlüssel für nachhaltigen Anlageerfolg.
„Wenn man über die Vorteile von Hochzinsanleihen spricht, hört man Argumente wie den gestiegenen Anteil an BB-Anleihen oder die gefallene Duration. Jedoch ist das längst nicht mehr alles.“
– Thomas Rentsch
Risiken
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