HAGIM Webinar-Serie: Kapitalanlagen in Zeiten von Konvergenz und Regimewechsel
Wenn Grenzen zwischen Anlageklassen verschwimmen und geopolitische Kräfte Kapitalströme neu ordnen, braucht es neue Ansätze für die Steuerung institutioneller Portfolios. Den tiefgreifenden Wandel an den Kapitalmärkten möchten wir im Dialog mit Ihnen reflektieren. Unter dem Titel „Kapitalanlage in Zeiten von Konvergenz und Regimewechsel“ haben wir für das erste Halbjahr 2026 vier Webinare geplant, die unterschiedliche Facetten dieses Umbruchs beleuchten – und Impulse für eine zukunftsfähige Portfoliogestaltung geben.
It’s the End of EM as we know it – and we feel fine
Geopolitik dominiert wieder die Schlagzeilen. In unserem Webinar haben wir deshalb bewusst einen Schritt zurück gemacht und gefragt:
Was ist in Emerging Markets strukturell passiert – und warum passt unser Allokationsraster im Credit oft nicht mehr dazu?
Ein zentraler Punkt aus der Diskussion:
Emerging Markets Debt war historisch weniger ein „Issuer-Story“-Markt als ein Country-Risk-Trade, wie Evgenij Minkin betonte. Institutionen, Policy-Frameworks, externe Finanzierung und Krisenanfälligkeit haben über lange Zeit den Risikopreis dominiert – oft stärker als die Qualität einzelner Unternehmen.
Gleichzeitig gilt dieses Bild heute nicht mehr für das gesamte EM-Universum, wie Martin Dreier darlegt. Ein Teil der Länder hat sich institutionell so weit entwickelt („Graduated Markets“), dass sie in Rechtsstaatlichkeit, Geld- und Fiskalpolitik sowie Stabilität in vielen Dimensionen DM-näher geworden sind. Und genau das spiegelt sich zunehmend auch in den Creditmärkten: Risikoprämien und Spreads nähern sich in diesen Cluster eher DM-Logiken an, weil das Länderrisiko weniger der dominante Erklärungsfaktor ist.
Damit entsteht der eigentliche Bruch:
Das Pricing konvergiert – Governance oft nicht. Wenn Mandate, Benchmarks und Entscheidungsprozesse weiterhin strikt entlang EM/DM-Labels sortieren, steuern sie damit immer weniger die tatsächlichen Risikoexposures. Diversifikation „über Labels“ verwässert und Teile des Opportunity Sets fallen strukturell durch das Raster.
Unser Schluss, wie Steffen Ullmann, CFA zusammenfasst:
Das Credit-Universum sollte stärker nach Risikotreibern geordnet werden – danach, ob Country Risk oder Issuer Risk den Spread dominiert. „Graduated Markets“ haben dann einen logischen Platz in einer DM-nahen Risikologik, während „klassisches“ EMD dort bleibt, wo das Länderrisiko tatsächlich der Kern ist, so Steffen Ullmann, CFA.

Webinar Aufzeichnung:
It’s the End of EM as we know it – and we feel fine
Referenten:
Evgenij Minkin (Senior Portfolio Manager Emerging Markets)
Steffen Ullmann (Senior Portfolio Manager Multi Asset Credit)
Martin Dreier (head oft Portfolio Management Credit)

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Kapitalanlage im Wandel:
Unsere Portfoliomanager und Produktspezialisten aus den Bereichen Liquid Credit und Private Markets beleuchten in Ihren Publikationen aktuelle Entwicklungen und relevante Markttrends.
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